Besuch aus Skandinavien Drucken E-Mail

Finnische Soldaten marschieren auf einstigem Kriegsschauplatz auf

 Das Österbottens Regement war Anfang Juli vier Tage in Neukalen zu Gast

Das finnische Regiment in Aktion. Sie wollten bloß den wunderschönen Ausblick auf den Kummerower See erleben, die Ruhe,  und Beschaulichkeit der Mecklenburgischen Schweiz genießen. Die vier Touristen aus Nordrhein-Westfalen glaubten dann aber kaum ihren Augen zu trauen, als ihnen am 5. Juli zwischen Salem und Neukalen auf einmal knapp dreißig Soldaten in historischen Uniformen entgegen marschierten. (Die Bilder zum Besuch der Finnen sehen Sie hier.)

Kaum hatten sie die Uniformierten entdeckt, dröhnten auch schon die ersten Böllerschüsse aus einer anderen Richtung. Was ist hier eigentlich los, fragten sich die Urlauber ganz verdutzt und stellten ihren PKW erst einmal an den Straßenrand. Was sich vor ihren und den Augen vieler weiterer Augenzeugen dann in den folgenden Minuten abspielte, das hatte sich hier so oder ähnlich schon einmal vor zirka 250 Jahren zugetragen. Man schrieb das Jahr 1762. Am Kummerower See tobte eine erbitterte Schlacht zwischen Preußen und Schweden. An der Seite der Schweden kämpfte das finnische Österbottens Regement. Mit vereinter Kraft gelang es den Skandinaviern damals, die Preußen zum Rückzug zu drängen. Lang, lang ist´s her. In Erinnerung an diese Schlacht wurde die Auseinandersetzung am 5. Juli nun noch einmal nachgestellt. Die Böllerschüsse kamen allerdings nicht von den Preußen sondern aus Kanonen des Stavenhagener Schützenvereins. Das Österbottens Regement - das gibt es allerdings noch heute. Für vier Tage waren dreißig Mitglieder des Regimentes in Neukalen zu Gast. Dass es bei ihrem Marsch zum einstigen Kriegsschauplatz auch zu einer „Auseinandersetzung“ kommen würde, damit hatten die Finnen allerdings nicht gerechnet. Neukalens Bürgermeister Willi Voß hatte die Idee, den Stavenhagener Schützenverein mit ins Boot zu holen und allen Beteiligten hier ein kleines Spektakel zu bieten. Im Gegensatz zu damals waren aber natürlich nur Platzpatronen im Spiel und anders als 1762, als viele Tote und Verletzte zu beklagen waren, kam es am Ende der neuzeitlichen „Schlacht“ zu einer Verbrüderung zwischen deutschen Schützen und finnischen Soldaten.  Bei ihrem Aufenthalt in der Mecklenburgischen Schweiz haben sich die Finnen ohnehin viele neue Freunde gemacht. Den Neukalenern servierten sie bei einem Aufmarsch am Hafen sogar originale Elchsuppe, vor dem Malchiner Rathaus feuerten sie Musketenschüsse auf die deutsch-finnische Freundschaft ab. „Es waren schöne Tage mit unseren Gästen aus dem hohen Norden“, resümierte dann auch Neukalens Bürgermeister Willi Voß. In der Peenestadt überlegt man einstweilen, das Regiment in absehbarer Zeit wieder nach Neukalen einzuladen und das Gefecht von 1762  noch einmal in noch größerem Rahmen nachzustellen. Den Urlaubern aus Nordrhein-Westfalen hat es schon mal gefallen. „So eine eindrucksvolle und vor allem auch kostenlose Darbietung, das bekommt man schließlich auch nicht alle Tage geboten“, freuten sie sich am 5. Juli am Ende der „Schlacht“ und hatten dann immer noch genügend Zeit, die dann wieder völlig friedliche Idylle des Kummerower Sees zu genießen.

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 12. Juli 2012 um 09:47 Uhr
 

 

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