Jahresanlauf 2016 Drucken E-Mail

400 Gäste starten mit dem Bürgermeister ins Malchiner Jahr 2016

Jahresanlauf im Malchiner Kulturhaus


Es gibt so Abende, da stimmt einfach alles. Das Ambiente war feierlich und dem Anlass entsprechend, die Gäste gut gelaunt, das Programm stimmungsvoll und unterhaltsam. Der Malchiner Jahresanlauf 2016 – er war eine rundum gelungene Veranstaltung. Schon an der Eingangstür hatten Bürgermeister Axel Müller und Bürgervorsteher Andreas Hammermüller reichlich Hände zu schütteln. Im Vergleich zu den vergangenen Jahren waren es deutlich mehr Gäste, die der Einladung zum offiziellen und feierlichen Malchiner Jahresstart gefolgt waren. Zirka 400 Damen und Herren waren es insgesamt. Wie es bei dieser Veranstaltung schon immer gang und gäbe ist, hatten die Organisatoren auch wieder ein kulturelles Programm für ihre Gäste vorbereitet.



Zum ersten Mal überhaupt mit dabei waren die Jungen und Mädchen der Malchiner Pestalozzi-Grundschule. Mit ihrem herzerfrischenden Gesang wussten die Knirpse ebenso zu begeistern wie die gestandenen Sängerinnen und Sänger des Malchiner Stadtchores unter der Leitung von Dörte Höpfner. Am Ende des kulturellen Teils hatte dann auch noch ein Überraschungsgast seinen Auftritt. Malchins Rathaussprecher Thomas Koch war in die Rolle des Panik-Rockers Udo Lindenberg geschlüpft und überraschte die Gäste mit dem Song: „Malchin, das ist mein Ding“ in Anlehnung an Lindenbergs Original-Titel „Ich mach mein Ding“. Kurzerhand bekam Lindi dabei auch noch Unterstützung von den Malchiner Chorsängern. Die gesellten sich zu ihm auf die Bühne und setzten beim Refrain stimmgewaltig mit ein. Das Publikum feierte die unerwartete Gesangseinlage. Ein Rückblick auf das Jahr 2015 und eine Vorausschau auf die bevorstehenden Monate gab Bürgermeister Axel Müller auf dem Jahresanlauf. Seine Rede lesen Sie folgend nun im Wortlaut:

„Das Jahr 2015 hatte für die Stadt Malchin - wie es nicht anders zu erwarten war - Höhen und Tiefen mit sich gebracht, hat uns vor bisher nicht gekannte Probleme gestellt. Ich möchte mal mit der finanziellen Situation der Stadt beginnen.

Das Haushaltsvolumen lag sowohl im Finanz- wie auch im Ergebnishaushalt bei ca. 13 Millionen Euro. Leider war es so, dass wir in beiden Teilhaushalten einen Fehlbetrag von ca. 1,7 bzw. 1,1 Millionen Euro zu verzeichnen hatten.

Die Folge: Die Haushaltsgenehmigung durch die Rechtsaufsichtsbehörde wurde nur unter der Maßgabe erteilt, das für das Jahr 2016 und folgende ein Haushaltssicherungskonzept zu erarbeiten und umzusetzen ist mit dem Ziel, bis zum Jahr 2019 den Haushaltsausgleich wieder herzustellen.

An diesem Konzept wie auch am Haushaltsentwurf 2016 wird derzeit intensiv gearbeitet. Besonders bitter war aber, dass die untere Rechtsaufsichtsbehörde der Stadt keine Kreditgenehmigung erteilte- auf eine Auswirkung diesbezüglich komme ich nochmal zurück.Die Stadt Malchin hat - wie es so im schönsten Beamtendeutsch heißt - den Status „der dauerhaft weggefallenen Leistungsfähigkeit“.


Ich möchte das mal an einem Beispiel verdeutlichen:

Die Landeszuweisungen betragen ca. 2,7 Mio.€, alle Umlagezahlungen, die wir zu tätigen haben belaufen sich auf ca.4,5 Mio.€- d.h. das die Umlagezahlungen die Zuweisungen schon um 1,8 Mio.€ übersteigen- das kann auf Dauer nicht gut gehen. Kernstück des Haushaltssicherungskonzeptes ist es, alle Möglichkeiten der Ausgabenminimierung und Einnahmenmaximierung zu prüfen. Sie, die Gewerbetreibenden, die Vertreter der Wirtschaft und alle Grundstückseigentümer bekommen die Einnahmenmaximierung zu schon 2016 zu spüren- mit der Erhöhung der Grund- und Gewerbesteuer. Das ist- freundlich formuliert- Ihr Beitrag zur Haushaltskonsolidierung.

Wir, die Stadtverwaltung und die Stadtvertretung hingegen müssen prüfen, wo und wie wir verantwortungsvoll und vor allem sinnvoll noch Ausgaben reduzieren können. Eine Aufgabe, die mittlerweile der Quadratur des Kreises nahekommt. Es gilt jedoch positiv nach vorn zu blicken- denn nicht das Beginnen (des Sparens) wird belohnt, sondern das Durchhalten- stellte Katharina von Siena schon vor ca. 600 Jahren fest.


2015 wurden im Bereich Investitionen in Höhe von 1,55 Millionen Euro in Malchin getätigt. Dazu gehörten unter anderem

- die Sanierung der Basedower Straße für ca. 656.000 Euro

- die Fertigstellung des Südquartiers in der Innenstadt für ca. 710.000 Euro und

- die Sanierungsarbeiten an der Marcus-Schule für ca. 185.000 Euro.


Für teils heftige Diskussionen sorgte das zum Ende des Jahres durch die Stadtvertretung beschlossene Dorfentwicklungskonzept Remplin. Hier hat nun neben der Umsetzung des Konzeptes die Einbeziehung der ansässigen Bevölkerung, das aktive Mitwirken der Bevölkerung bei der Umsetzung des Konzeptes oberste Priorität. Leider ist es uns noch nicht gelungen, den Beschluss der Stadtvertretung zur Peenebaderwärmung umzusetzen.

Der Grund dafür ist, dass wir die Finanzierung der Maßnahme noch nicht abgesichert haben. Nachdem es uns nicht gelungen ist, die Mitglieder der LAG Demmin von der Notwendigkeit und der Dringlichkeit dieser Maßnahme zu überzeugen, kein Ministerium bereit ist uns mit der Gewährung von Fördermitteln zu unterstützen und einer Kreditaufnahme von der unteren Rechtsaufsichtsbehörde wie schon erwähnt, nicht zugestimmt wird, prüfen wir gegenwärtig den „Förderdschungel“ nach anderen Fördermöglichkeiten ab. Auch werden wir mit einem konkretisierten Antrag noch einmal versuchen, ob aus den LEADER-Mitteln 2017 nicht doch eine Förderchance besteht.

Für 2016 sind im Stadtgebiet Investitionen in Höhe von ca. 2,4 Millionen Euro geplant. Die mit Abstand größte Investition ist die Sanierung des Wasserwanderrastplatzes „Koesters Eck“ für ca., 1,2 Millionen Euro. Mit etwas Glück gelingt es uns, den Fördersatz noch von 80 auf 90 Prozent der förderfähigen Kosten zu erhöhen. Das entscheidende Gespräch dazu findet am 25. Januar in Schwerin statt.

Auch der Brunnen der Lebensfreude, auf den viele Malchiner seit Jahren warten, soll im nächsten Jahr aufgestellt werden. Die Planungsaufträge sind vergeben. Wenn alles klappt, wird er im Sommer eingeweiht.


Was lange währt wird endlich gut. Das gilt auch für die Turnhalle „Am Zachow“. Nachdem sie zu Ostern letzten Jahres für den Schulsport gesperrt wurde, sind nun alle Ausschreibungen erfolgt, die Finanzierung gesichert, die Aufträge erteilt, so dass wir davon ausgehen können, dass die Turnhalle spätestens zum 1.5. wieder nutzbar ist. Der Gesamtwertumfang der Maßnahme liegt bei ca. 285 T€, der Baubeginn ist der 20.1.2016.

Auch der private Sektor ist aktiv. So befinden sich z.B. die B-Plan-Änderungen für den Neubau des REWE-Marktes in der Lindenstraße, der Bebauung „Am Teichberg“ und der Bebauung am Dahmer Kanal in Arbeit. Ziel aller Investoren ist es, noch 2016 mit der Umsetzung ihrer Maßnahmen zu beginnen.

Zu den negativen Höhepunktes des Jahres 2015 zählen Zweifels ohne der Brand des Imbiss von Herrn Dinh im Januar - wenn man dieser Tat etwas Positives abgewinnen will, dann war es die enorme Hilfsbereitschaft der Malchiner - das Abfackeln von zwei PKW in der Puschkinstrasse zum Jahresende und die zahlreichen Einbrüche in Gartenlauben und Betriebsgebäude zu Beginn diesen Jahres. Aktionen, die absolut nicht zu tolerieren sind. Ein weiterer schwerer Schlag, vor allem für die betroffenen Mitarbeiter, war die kurz vor dem Jahresende angekündigte Schließung des Standortes der Firma MAKRO-Handels GmbH zum 31.01.2016. Ich habe die Geschäftsführung der Firma angeschrieben und mich mit der Bundesagentur für Arbeit in Verbindung gesetzt um unter anderem zu erfahren, wie es mit den Beschäftigten hier vor Ort weiter geht und ihnen die Hilfe und Unterstützung der Stadt angeboten, bei der Vermittlung der Mitarbeiter in neue Tätigkeiten im Rahmen unserer Möglichkeiten zu helfen. Die Schließung des Mazda-Autohauses und der Rückzug der Bäckerei Kaddatz aus Malchin stehen ebenfalls nicht auf der positiven Seite der Bilanz.

Erfreulich dagegen ist es, dass in die Räumlichkeiten des Mazda-Autohauses ein neues Gewerbe eingezogen ist und dass mit der Geschäftseröffnung von Frau Hacker wieder eine Bootswerft in Malchin ansässig ist. Ich wünsche beiden Unternehmen viel Erfolg. Auch die Schließung des Jugendklubs gehört nicht zu den Erfolgsgeschichten 2015. Wir sind gegenwärtig dabei, eine Übergangslösung für unsere jungen Leute herzurichten. Spätestens ab dem 01.03. werden wir das Steintor als vorübergehenden Jugendtreff öffnen. Mal sehen, wie es läuft und angenommen wird. Vielleicht wird aus einer Übergangs- eine Dauerlösung. Wie sagte schon Franz Kafka: Wege entstehen dadurch, dass wir sie sehen oder kleine Taten (hier Lösungen) sind besser als große Vorsätze.

Werte Gäste,
was mich sehr gefreut hat, ist, dass mit der Sanierung des Denkmals zum Gedenken an die Gefallenen des Deutsch- Französischen Krieges von 1870/71 begonnen wurde. Der noch fehlende Adler soll in diesem Jahr aufgesetzt werden. Ich weiß, dass die Sanierung dieses und eines anderen Denkmal nicht ganz unumstritten ist.

Aber was wären unsere Städte, was wäre unsere Stadt ohne Denkmale?

Denkmale prägen unseren Alltag wie keine andere Kunstform.

Sie zu schützen, zu erhalten heißt, Geschichte und den Zeitgeist an authentischen Orten der Erinnerung lebendig zu halten, die Kunstfertigkeit und kreative Kraft der Menschen und unsere kulturelle Identität zu bewahren- aber auch ihren mahnenden Charakter zu erkennen.


Auch die rege Bautätigkeit am Amselweg (hier gleich gegenüber) freut mich und ist ein Beleg dafür, dass Malchin auch für junge Leute eine durchaus attraktive Stadt ist.


Ich möchte in diesem Zusammenhang mal kurz die Statistik bemühen:


Zuzüge 2015: →→ 417

Wegzüge: →→→ 344

Also ein positiver Saldo - das macht Mut.


Eine weitere große Herausforderung 2015 war und ist auch in diesem Jahr die Flüchtlingskrise. Aktuell leben in Malchin 166 Flüchtlinge und Asylbewerber.

Ich möchte hier der WOGEMA und der Malchiner Wohnungsgenossenschaft danken, die den zur Unterbringung benötigten Wohnraum zur Verfügung stellen, auch den Mitarbeitern des CJD Waren, die die Betreuung dieser Menschen übernehmen sowie allen freiwilligen Helfern.


Mein besonderer Dank gilt aber meinem Amtsleiter im Bürgeramt, Herrn Theodor Feldmann, der mit seiner ruhigen, ausgeglichen, sachlichen Art dafür Sorge trägt, dass alle Fragen und Probleme rund um die Aufnahme, Unterbringung und Versorgung dieser Menschen problemlos abläuft.

In meinen Augen eine großartige Leistung, für die ich hier, wie gesagt, Danke sagen möchte.


Meine sehr geehrten Damen und Herren,

was ist kulturell und sportlich 2015 passiert?


Sehr viel. Ich möchte hier nur an einige Großveranstaltungen erinnern, die wieder eine Vielzahl von Besuchern in ihren Bann zogen. Dies waren:

- das 22. Mecklenburger Motorradtreffen im Mai

- das Stadtfest im Juni

- der Weihnachtsmarkt im Baumarkt Schnepf und

- der Weihnachtsmarkt auf dem Markt.


Allen Organisatoren, Mitwirkenden und freiwilligen Helfern ein großes Dankeschön. Ohne Euch gäbe es diese Feste nicht.


Auch sportlich lief es rund.

Die F- Juniorinnen mit ihrer Übungsleiterin Frau Ines Bauer wurden in ihrer Altersklasse Landesmeister im Fußball,

die Männermannschaft des FSV ist „Herbstmeister“ in der Landesliga.


Den ganz großen Coup haben aber die Kickboxer Laura Gasparjan, Paul Kästner und Andre` Lüdtke gelandet. Bei den Weltmeisterschaften in Orlando/Florida erkämpften sie einmal Gold, zweimal Silber und einmal Bronze- eine herausragende Leistung. Dazu nochmal unseren Glückwunsch.


Werte Gäste,


bei vielen Veranstaltungen sind sie dabei, meist etwas im Hintergrund, man möchte normalerweise im Leben mit ihnen nichts zu tun haben und dennoch sind sie für uns alle unverzichtbar, sie sind der Inbegriff des Ehrenamtes - unsere Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr.


Stellvertretend für sie alle möchte ich hier unseren Amtswehrführer Herrn Dirk Giese sowie den Wehrführer der Stadt Malchin, Herrn Rene Giese begrüßen und sie bitten, unseren Respekt und unseren Dank für ihre ständige Einsatzbereitschaft, ihr Engagement und ihren unbedingten Willen, immer rechtzeitig zur Stelle zu sein, wenn sie gebraucht werden, zu überbringen.

Mein Dank geht aber auch an die Arbeitgeber der Feuerwehrleute, denn sie müssen neben dem Verständnis für das Ehrenamt ihrer Mitarbeiter oftmals flexibel reagieren, wenn die Kameraden zum Einsatz gerufen werden.

Wenn die Feuerwehrleute nach einem Einsatz an den Arbeitsplatz oder zu den Familien zurückkehren - erschöpft, müde, oft mit tragischem Leid anderer, vielfach sogar mit dem Tod konfrontiert - sind sie es, die Zuwendung brauchen.

Daher ist es unsere Pflicht, dass wir ihnen im Rahmen unserer Möglichkeiten die bestmögliche Ausbildung, die bestmögliche Ausrüstung zur Verfügung stellen.

In meinen Dank schließe ich ausdrücklich auch die Rettungssanitäter, Ärzte und Schwestern mit ein.


Zum Schluss noch ein Wort zur Arbeit der Stadtvertreter.

Wie Sie wissen, ist die Arbeit der Stadtvertreter ehrenamtlich. Sie engagieren sich zum Wohle der Stadt, zum Wohle seiner Bürgerinnen und Bürger und treffen Entscheidungen, die dem Zweck des Gemeinwohls dienen.

Dass dabei auch Entscheidungen getroffen, Beschlüsse gefasst werden, die nicht immer im Interesse des Einzelnen liegen, ist eine logische Konsequenz.


Worauf will ich hinaus?

Ich wünsche mir, dass die Arbeit der Stadtvertretung und der Stadtverwaltung bei aller Kritik, die sachlich begründet wichtig und richtig ist, entsprechend gewürdigt- auch in den Medien, ob in den sozialen Netzwerken oder der Presse- gewürdigt wird.

Denn nichts ist in meinen Augen schlimmer, als wenn die Stadtvertreter und auch der Bürgermeister den Mut verlieren, auch mal unpopuläre Entscheidungen zu treffen.

Haben wir keinen Mut, treffen wir keine Entscheidungen, Treffen wir keine Entscheidungen, haben wir Stillstand. Stillstand ist Rückschritt. Stillstand und Rückschritt brauchen wir nicht. Mutige richtungsweisende Entscheidungen schon.

Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit! Vielen Dank“.



Nach dem so genannten offiziellen Teil nutzen die Gäste die Zeit um miteinander ins Gespräch zu kommen, sich auszutauschen, neue Projekte und Vorhaben anzustossen und natürlich einen schönen Abend zu haben. Ein Dankeschön sei an dieser Stelle dem Team des Kulturhauses und den Organisatoren der Stadtverwaltung für diesen gelungenen Abend gesagt.

Zuletzt aktualisiert am Montag, 22. Februar 2016 um 07:56 Uhr
 

 

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