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Malchiner Original mit Ehrenbrief ausgezeichnet

Klaus Eutin erhält besondere Auszeichnung

Klaus Eutin (links) war sichtlich gerührt von der Ehrung.Es ist alle Jahre wieder ein ganz besonderes Ereignis. Gemeinsam mit der Stadt Malchin verleiht der Heimatverein traditionell zum Stadtfest den Malchiner Ehrenbrief. In diesem Jahr ist der Malchiner Klaus Eutin mit dem Ehrenbrief ausgezeichnet worden. Warum die Wahl auf ihn fiel, lesen Sie in der folgenden Laudatio, gehalten von Torsten Gertz bei der Ehrenbriefverleihung am 26. Juni im Malchiner Rathaussaal.


Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Vereinsmitglieder,

im Namen des Malchiner Heimatvereins heiße ich Sie auf das Herzlichste im Rathaus willkommen. Besonders begrüße ich Herrn Bürgermeister Lange und den Bürgervorsteher, Herrn Hammermüller. Ich freue mich, dass sie mit ihrer Anwesenheit die Festlichkeit des heutigen Abends unterstreichen. Das Stadtfest wird schon traditionell mit der Verleihung des Ehrenbriefes eröffnet.

Es ist selten, dass man eine Person schon zu Lebzeiten als „Original“ bezeichnet. Der Träger des diesjährigen Ehrenbriefes hat diesen Titel wahrlich verdient. Denn ein ‚Original‘ in einer Stadt zu sein bedarf eines großen Bekanntheitsgrades, einer Akzeptanz und Unverwechselbarkeit. Einem Original wird große Sympathie entgegengebracht. Es gehört quasi zur Stadt, prägt deren Bild und macht die Menschen froh.Mit 5 Jahren kam Klaus Eutin nach Malchin. In seinem Elternhaus wurde er christlich erzogen. Zum Ende der Schulzeit war klar, welche Richtung er gehen wollte. Ein Jahr arbeitete er als Hilfspfleger im Heim in Ivenack. Im Malchiner Krankenhaus erlernte er im Rahmen der Erwachsenenqualifizierung den Beruf des Krankenpflegers von der Pike auf. Es bereitet ihm Freude zu helfen und für andere Menschen da zu sein - - bis heute.

Bildtext „ehrenbrief 3“: Klaus Eutin (links) war sichtlich gerührt von der Ehrung. (Bild 2 spaltig)

Man traf Klaus Eutin in der Poliklinik und im Krankenhaus. Durch seine gewissenhafte Arbeit, seinem offenen Wesen und dem einen oder anderen lockeren Spruch, machte er sich als „Schwester Klaus“ einen Namen.
Die Bezeichnung ‚Schwester‘ ist dabei als Würdigung zu verstehen. Gemeinhin betrachtete man die Arbeit eines Krankenpflegers als minderwertiger als die einer Krankenschwester, obwohl die Ausbildung und später erworbenen Qualifikationen dieselben waren. Mit dem Begriff ‚Schwester‘ drückten die Patienten ihre Wertschätzung gegenüber seiner Tätigkeit aus. 2004 zwang ihn eine Krankheit, seinen Beruf an den Nagel zu hängen. Es war eine schwierige Zeit für ihn. Seit vielen Jahren engagiert sich Klaus Eutin ehrenamtlich in der St. Johannisgemeinde unserer Stadt. Mehr als 25 Jahre gehört er dem Kirchgemeinderat an und war hier viele Jahre für die kulturelle Arbeit der Gemeinde aktiv. Seit der Wende 1989 wird das bedeutendste Gebäude unserer Stadt, die Sankt Johanniskirche, jährlich für Besucher geöffnet. Das gelingt nur durch ehrenamtliche Helfer, die in der warmen Jahreszeit die Besucher empfangen, sie auf die Schätze des Gotteshauses aufmerksam machen und auch mit anpacken, wenn etwas gesäubert, gerichtet oder vorbereitet werden muss.
Von Anfang an war Klaus Eutin dabei. Die Bedeutung der gotischen Kirche für unsere Stadt war ihm schnell bewusst. Denn jährlich strömen etwa 10.000 Besucher in die Sankt Johanniskirche. Während der Kirchenöffnung schätzt Klaus Eutin ganz besonders die Gespräche mit den Besuchern. Vollmundig bekommen sie von ihm Auskünfte zur Geschichte der Kirche und der Stadt. Oft wird er gefragt, wie es damals zur Wendezeit 1989 in Malchin gewesen ist. Klaus Eutin ist dankbar für diese Gespräche. Er empfindet dabei eine Bestätigung seines Engagements. Seinen Einsatz möchten wir ihm an dieser Stelle hoch anrechnen. Es ist eben keine Selbstverständlichkeit, wenn sich jemand so wie er für die Gäste der Stadt einsetzt. Und für sein Wirken möchte der Heimatverein heute ganz offiziell danke sagen. Als sehr kommunikativen Menschen sieht man ihn auf der Straße oft in Gesprächen mit den Leuten. Er hört zu, sagt seine ehrliche Meinung und hält sich zurück, wenn es angebracht ist. Seit 6 Jahren hat Klaus Eutin ein neues Betätigungsfeld für sich entdeckt: Das Radio. Er hatte schon immer Interesse an diesem Medium. Als es in Malchin die Möglichkeit gab, im Studio von NB-Radiotreff Sendungen zu produzieren, fasste sich Klaus Eutin ein Herz und meldete sich dort. Er kam mit einem fertigen Sendekonzept. Das große Thema seiner Produktionen ist die deutsche Schlagermusik. Jede Woche begrüßt er die Hörer mit einem fröhlichen ‚Hallo‘ zum „Treff an Kläusers Plattenbar“. Mittlerweile zählt diese Schlagersendung zur meistgehörten Sendung des Regionalsenders. Schlagerfreunde sprechen Klaus Eutin auf der Straße an und sogar aus den USA erhielt er Rückmeldungen. Im Nordosten Deutschlands gibt es nur zwei Radioproduktionen, die eine Lanze für den deutschen Schlager brechen – eine davon ist Kläusers Plattenbar. Eigens zur Fußballweltmeisterschaft stellte er Songs über das runde Leder zusammen. Es sei hier erwähnt, dass alle Lieder von selbst gekauften CDs gespielt werden. Klaus Eutin bezeichnet es als seinen Beitrag für den Erhalt dieser Musikrichtung.
Mit seinen Sendungen verbreitet er Freude und gilt in der Schlagerszene als Kenner par excellence. Man kann das eben Beschriebene vielleicht auf einen Nenner bringen und sagen:Klaus Eutin ist einfach ein guter Mensch.Und wir sind froh, dass es solche Menschen in unserer Stadt gibt.

Meine Damen und Herren, den „Ehrenbrief der Stadt Malchin“ 2014 verleiht der Heimatverein an Herrn Klaus Eutin für sein ehrenamtliches Engagement in der Malchiner St. Johannis Gemeinde zum Wohle der Stadt, ihrer Einwohner und Besucher.

Zuletzt aktualisiert am Montag, 07. Juli 2014 um 12:22 Uhr
 

 

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