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Neue Heizanlage versorgt

543 Zachow-Wohnungen mit Wärme

Malchiner Anlage erzeugt Wärme mit Biomasse aus dem Niedermoor

Ludiwg Bork (2. von rechts) ist Geschäftsführer der Agrotherm GmbH, die die neue Anlage betreibt. Zur Inbetriebnahme der Anlage konnte er unter anderem Landwirtschaftsminister Till Backhaus und Bürgermeister Jörg Lange begrüßen. Wenn die Bewohner des Malchiner Wohngebietes Am Zachow in den Herbstmonaten wieder ihre Heizungen aufdrehen, dann wird die Wohnung warm werden wie eh und je. Das ist schließlich auch Sinn und Zweck einer Heizung. Wenn die Wärme dann aber auf eine Art und Weise produziert wird, die auch noch gut für die Umwelt ist, dann wird es doch gleich nochmal zu kuschelig in den heimischen Stuben.

Und das eigene Umweltgewissen fühlt sich vielleicht auch ein wenig wohler. In direkter Nachbarschaft des Wohngebietes ist am 26. Juni in der Basedower Straße eine so genannte Biomasseheizanlage offiziell in Betrieb genommen worden. Die wichtigste Nachricht für die Wärmeabnehmer vorweg: An den Preisen für eine warme Stube wird sich deshalb nichts ändern, wie der Geschäftsführer des Wohnungsgesellschaft Günter Busse ausdrücklich versicherte. Wie es sich für einen Minister aus einem Küstenland gehörte, sprach der Chef des Schweriner Landwirtschaftsressorts, Till Backhaus, am 26. Juni immer wieder von einem „Leuchtturm“-Projekt. „Leuchtturm“ deshalb, weil es die erste Heizanlage im Bundesland ist, die Wärme mit Biomasse aus Niedermoorgebieten erzeugt.  Verheizt werden hier alle möglichen Gräser, Sträucher, Schilf - kurzum alles, was in den Niedermoorgebieten von Peene und Kummerower See wächst. Betreiber der Anlage ist die Agrotherm GmbH. Deren Geschäftsführer heißt Ludwig Bork. Der kommt aus Schwinkendorf. Als der seine Idee für die Heizanlage vor bei der Stadt vorstellte, sei man anfänglich ein wenig skeptisch gewesen, sagte Bürgermeister Jörg Lange. „In Malchin kennen wir uns aus mit unangenehmen Gerüchen. Unsere größte Befürchtung war, dass von der Anlage Emissionen ausgehen könnten“, blickte er bei der Einweihung zurück. Kurzerhand lud Ludiwg Bork den Bürgermeister und einige Stadtvertreter zu einer Fahrt nach Hoffenheim in Baden-Württemberg ein. Hier steht bereits eine vergleichbare Anlage. „Wir haben uns die Anlage angeschaut und das hat uns überzeugt“, so der Bürgermeister. In den Bau ist eine Summe von zirka 640.000 Euro geflossen. Zwanzig Prozent der Summe hat das Land beigesteuert. Mit der neuen Heizanlage - sie hat eine thermische Leistung von 800 kw - werden 543 Wohnungen, das Gymnasium und einige Geschäfte am Zachow mit Wärme versorgt.


Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 08. Juli 2014 um 07:44 Uhr
 

 

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